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Moritzkirche
Prachtvoller Kirchenbau aus der Kaiserzeit

Die Zwickauer Moritzkirche ist ein im typischen Stil des Späthistorismus errichteter dreischiffiger Zentralbau, bei dem neogotische und neoromanische Elemente zu einer architektonischen Einheit verschmolzen sind. Der ganze Bau ist mit reliefartiger Backsteinornamentik überzogen, bei der rote unglasierte mit grün- und braunglasierten Ziegeln wechseln. Insgesamt weist die Kirche 116 unterschiedliche Ziegelprofile auf. Die westliche Giebelwand wird von zwei achteckigen Türmen mit Kegeldächern flankiert. Über dem Hauptportal sowie in den Seitenschiffen befinden sich große Rosettenfenster. An den im Osten gelegenen Altarraum schließt sich ein Kranz aus fünf kleineren Kapellen an. Über der zentralen Hauptkuppel erhebt sich der 71 Meter hohe Vierungsturm mit Pyramidendach und quadratischen Ecktürmen. 

Das Innere der Kirche ist überwiegend im neogotischen Stil gehalten. In dem rund 20 Meter hohen Zentralraum verstellen keine tragenden Säulen die Sicht auf den Altarplatz. Somit besteht von nahezu jedem der 1000 Plätze ein ungehinderter Blick auf Altar und Kanzel – ein Umstand der, neben der hervorragenden Akustik die Kirche, auch für Konzerte regelrecht prädestiniert. Altar, Kanzel und Lesepult, der Untersatz des Taufbeckens sowie die Kirchenbänke sind einheitlich aus Eichenholz gefertigt. Wie das Äußere der Kirche sind auch die Innenwände mit roten Backsteinklinkern verblendet, die von glatten, bunt bemalten Flächen durchbrochen werden. Die Deckengewölbe, der Chorraum und die Emporen sind mit farbenprächtiger Ornamentmalerei versehen. Sowohl die Seitenschiffemporen als auch die Orgelempore auf der Westseite ruhen auf gedrungenen Säulen mit korinthischen Kapitellen. 

Namensgeber der Kirche ist der Heilige Mauritius, ein christlicher Märtyrer des dritten Jahrhunderts, der später auch zum Schutzpatron der Stadt Zwickau wurde. Von ihm zeugt das Mauritiusfenster über dem Hauptportal, das dem Betrachter – im Gegensatz zur Skulptur über dem Eingang des Zwickauer Rathauses – einen hellhäutigen Mauritius präsentiert. 

Die geschichtlichen Wurzeln der Moritzkirche gehen zurück auf eine im Jahre 1118 geweihte Marienkirche, die unweit der heutigen Kirche in der Nähe von Osterweih- und Hölderlinstraße stand. In der Stiftungsurkunde dieser ältesten Kirche im Zwickauer Raum taucht erstmals der Name Zwiccowe auf – die früheste urkundliche Erwähnung Zwickaus. Im Jahre 1212 wird die Kirche dann erstmals als Moritzkirche urkundlich erwähnt. 

Als im späten 19. Jahrhundert die alte Moritzkirche für die Gemeinde der aufstrebenden Nordvorstadt zu klein geworden war, fasste man den Entschluss, eine neue, größere Kirche zu bauen. Auf der Grundlage des preisgekrönten Entwurfs des Berliner Architekten Jürgen Kröger errichtete der Zwickauer Baumeister Wilhelm Junghanns die neue Moritzkirche, die am 1. Advent 1893 geweiht wurde. Die alte Moritzkirche wurde im darauf folgenden Jahr abgetragen. 

Ev.-Luth. Moritzgemeinde Zwickau
Leipziger Straße 49
08056 Zwickau
Tel.: +49(0)375 - 215005 

(c)Fotos: Moritzgemeinde

www.moritzkirche-zwickau.de


Innenraum
Altar
Kanzel


Martin Luther
Mauritius


Johannes
Moritzkirche




Lage/Übersichtskarte

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